Neuer Kerweplatz in Flomersheim ├╝bergeben

Flomersheimer Kerwe

Erfüllt: Langgehegte Flomersheimer Wünsche
Neuer Kerweplatz übergeben – Zugleich auch saniertes Sportgelände


- Veröffentlichung der Tageszeitung „DIE RHEINPFALZ“ – Frankenthaler Zeitung – am 28. August 1983

Das war ein Freudentag für die Flomersheimer Bevölkerung. Rechtzeitig zum Beginn der Vorortkerwe gingen gleich zwei langgehegte Wünsche in Erfüllung. Der Ausbau des neuen Festplatzes in der Haardtstraße und die Sanierung des Sportplatzes sind bis auf die im Herbst erfolgenden Begrünungsmaßnahmen abgeschlossen, so dass beide Einrichtungen im Rahmen der Kerweeröffnung bei hochsommerlichen Temperaturen von Oberbürgermeister Kahlberg vor großer Besucherkulisse feierlich ihrer Bestimmung übergeben werden konnten.

Dem Einweihungszeremoniell ging ein kleiner Festzug voraus, der sich von der Isenach-Sporthalle durch die Vorortstraßen – vorbei an zahlreichen Schaulustigen – zum Kerweplatz bewegte. An der Spitze gaben zwei Kerwebuben mit bändergeschmückten Bäumchen sowie der Spielmannszug Eppstein Tempo und Richtung an. Es folgte ein „Tandem-Pärchen“ mit kostbarer musikalischer Fracht: Bassschlüssel und Noten. Auf Schusters Rappen legten die Ehrengäste – Miß Strohhut Rita Galante und der OB – sowie Ortsvorsteher Siegfried Mayer und seine Vorortparlamentarier den Weg zum Ort des Geschehens zurück. Bereits in „Arbeitskleidung“ mit von der Partie waren auch der Gesangverein „Bund Freundschaft“ und die „Zwiwwelböck“. Beide Organisationen haben in diesem Jahr die Ausrichtung der Kerwe und die Bewirtung der Gäste übernommen. Damit auch der Umzug nicht zur trockenen Angelegenheit wurde, gab es am Ende aus dem handgezogenen Holzfaß ein Gläschen Wein, für die Kinder frische Brezeln und bunte Luftballons.

Nach dem beschwingten musikalischen Auftakt, den die Eppsteiner Instrumentalisten und der Chor des gastgebenden „Bund Freundschaft“ unter Leitung von Hans Bauer besorgten, bedankte sich Ortsvorsteher Mayer bei der Verwaltung und den städtischen Gremien für den „schönen Kerweplatz“ und die neue Sportstätte. Die Realisierung sei nicht leicht gewesen, beide Projekte hätten den Ortsbeirat lange bewegt. Als im Jahre 1969 die Kerwe vom Falterplatz an die Haardtstraße verlegt worden sei, habe man ihm den Vorwurf gemacht, die Tradition aus Flomersheim hinaustragen zu wollen. Nach dem gelungenen Ausbau sei der Platz heute ideal.

„Hier läßt es sich gut Kerwe feiern“ stellte auch OB Kahlberg – ihm wurde als „Kerweuniform“ eine blaue Arbeitsschürze des Gesangvereins verpaßt – fest. Er beglückwünschte die örtlichen Vereinigungen zu ihrem Mut, der Kerwe wieder neue Impulse zu geben und die alte dörfliche Tradition zu beleben. Gute Ansäte seien bei dem kleinen – in den kommenden Jahren sicherlich ausbaufähigen – Umzug ebenfalls vorhanden. Als symbolisches Kerwegeschenk überreichte das Stadtoberhaupt dem Ortsvorsteher einen mit Wein gefüllten „Humpen“ – in der Pfalz besser bekannt unter der Bezeichnung „Römer“. Er machte gleich bei den Ehrengästen in der ersten Reihe die Runde, die sich einen kräftigen Schluck auf die Flomersheimer Kerwe genehmigten.

Symbolisch vollzog Kahlberg auch die Übergabe des neuen Sportplatzes an den Turn- und Sportverein – mit einer Ballspende an den TuS-Vorsitzenden Arno Bachert und dem Wunsch auf jederzeit sportlich-faire Wettkämpfe. Nach einem Grußwort von Miß Strohhut Rita Galante entledigte sich Ortsvorsteher Mayer seiner „Pflichtaufgabe“, dem Fassbieranstich, unter den „Anfeuerungsrufen“ des gutgelaunten Kerwevolkes mit sehr viel Geschick. Das viertägige fröhliche Treiben auf dem Vergnügungspark und in den gastlichen Bewirtungszelten konnte beginnen.

An den ersten beiden Kerwetagen zeigte sich Petrus von seiner besten Seite. Er bescherte den Veranstaltern und den Schaustellern ein „volles Haus“. Sie erhoffen sich für die „zweite Halbzeit“ – bis morgen Abend darf noch unbeschwert gefeiert werden – die gleichen günstigen Bedingungen und gute Geschäfte.


Autor: Ursula Lutz, 2007